Patricio Handl: Sag noch einmal Tschusch!
12.05.2010 in People Products
Mein Lebensthema ist die Migration, das Fremdsein. Sagt Patricio Handl, Grafiker, Wiener und als Sohn eines aus Wien vertriebenen Vaters in Buenos Aires aufgewachsen. Wann immer es Handl in den Fingern juckt, macht er ein Plakat, das auf dieses Lebensthema Bezug nimmt. Das erste – “Wir Wiener” – entstand in den Waldheim-Jahren. Zwei Jahre später folgten “Sag noch einmal Tschusch” – und “Wir Tschuschen”. Dass Handl sein Handwerk gelernt hat, bevor Desktop-Publishing und Photoshop erfunden wurden, zeigt eine Siebdruck-Serie, in der er sich den Umvolkungs-Wahn vorgenommen hat (siehe ganz oben).
Im Lauf der Jahre hat sich nun wieder einiges angestaut, im Mai öffnet Handl daher das Ventil: sechs neue Sujets wird er in einer Auflage von jeweils 1.000 Stück in Kaffeehäusern, Kulturinstitutionen und auf Litfaßsäulen quer durch die Stadt verteilen. Einen ersten Blick auf diese Serie gewährt Handl hier, sozusagen super-exklusiv zur Einweihung des IMPORT/EXPORT-Containers am Wiener Rathausplatz:













2 Kommentare zu „Patricio Handl: Sag noch einmal Tschusch!“
Karin König July 29, 2010 – 14:49
Sehr geehrter Herr Handl
habe das Plakat am Karlsplatz in der U2-Station hängen gesehen (den mittleren teil vier mal) und das hat mich sehr schockiert und irritiert, da ich darin die polit. Botschaft “arme Ausländer raus” zu erkennen glaubte und keinerlei Hinweis auf einen Urheber, – wer hat das mit welcher Absicht so gestaltet – , das finde ich ziemlich befremdlich! Auch die nicht gebrochene klischeehafte Darstellung usw.
habe daher die GEWISTA angeschrieben mit der Bitte um Aufklärung und rasch eine Antwort erhalten, befriedigt mich nicht! ich denke das kann leicht falsch verstanden werden und feindselige botschaften affirmierend oder unterstützend verstanden werden.
MfG
Karin König
Karl Helmreich August 17, 2010 – 06:00
ARMLÄNDER SIND RAUSLÄNDER
Habe das Plakat als Vierergruppe in der Straßenbahnstation Matzleindsdorferplatz unten Richtung Innenstadt gesehen. Ja. es drückt die schlimme Realität aus, der Stadttourismus ist stark angestiegen. In der Winer Innenstadt Touristen aus so vielen Ländern, für sie wird viel getan. Aber die Austreibung der Armen, Betrelverbote, Abnahme der erbetenen Kleinbeträge.., Abschiebungen von auch jungen Menschen, die bei uns jahrelang die Schule besuchten…
Es ist gut, für die Realitäten immer neu die Augen zu öffnen.
Karl Helmreich, Sozialarbeiter u. Ordensmann